"Hommage à Atahualpa Yupanqui"
Jury Clormann & Willy Manske
Musik und Lesung
Jury Clormann - Gitarre
Willy Manske- Sprecher
Kultur- und Tagungszentrum Murnau ,
05.05.12 , 20.00 Uhr , Eintritt: 18- / 14.- erm.
Atahualpa Yupanqui, einer der grössten Poeten und Barden aus Argentinien, geboren unter dem bürgerlichen Namen Héctor Roberto Chavero in Pergamino in der Provinz Buenos Aires, gilt als das soziale Gewissen Argentiniens, als der Sänger vom Leben und Leid der armen Landbevölkerung.
Zu Beginn seiner musikalischen Karriere reiste Yupanqui sehr viel durch den Nordwesten von Argentinien und durch den Altiplano und studierte die indigenen Kulturen. So kennzeichnen spanische und indianische Einflüsse seine Musik und die Texte seiner Lieder spiegeln das harte, aber ehrliche Leben der armen Landbevölkerung Argentiniens. Sie sind in ihrer Eindringlichkeit Garcia Lorcas Kunst ähnlich. Es lag daher nahe, daß er der kommunistischen Partei beitat.
Er musste dann in Folge im Jahr 1931 nach dem fehlgeschlagenen Aufstand der Kennedy-Brüder das Land verlassen und in Uruguay Zuflucht suchen. Erst 1934 kehrte er nach Argentinien zurück.
Als Jahre 1935 seine Kompositionen, die zwischen Volks- und Kunstmusik stehen und sich durch musikalische Unmittelbarkeit, klare Satzweise, Vitalität in Melodie und Rhythmus auszeichnen, immer populärer wurden, wurde er nun sogar eingeladen, im Nationalen Radio zu spielen.
Während der Militärdiktatur von 1946 bis 1949 wurde er aber doch ständig belästigt und gar inhaftiert, daß er 1949 wieder das Land verließ und wie viele seiner Landsleute nach Frankreich emigrierte.
Dort lud ihn Edith Piaf im selben Jahr ein in Paris aufzutreten. Danach tourte er erfolgreich durch ganz Europa.
1952 kehrte er nach Buenos Aires zurück. Wegen seiner Kritik an der Kommunistischen Partei wurde er aus ihr ausgeschlossen. Dennoch wurde er mit Argwohn von den Anti-Peronisten behandelt, die nach dem Fall Perons im Jahre 1956 an die Macht kamen.
In den darauf folgenden Jahren lebte Atahualpa Yupanqui in seinen Häusern in Buenos Aires und in Provinz Cordoba um sich nach einer Europtournee 1967 doch wieder in Paris niederzulassen. Er kehrte zwar regelmäßig nach Argentinien zurück, aber diese Reisen wurden ab 1976 immer seltener, nachdem Jorge Rafael Videla mit seiner Militärjunta die Macht in Argentinien übernommen hatte.
Atahualpa Yupanqui starb 1992 in Nîmes (Frankreich) im Alter von 84 Jahren..
Man verbindet ihn mit den sozialen Problemen des Landes, denn Atahualpa Yupanqui hielt sich nicht von den politischen Konflikte seines Landes und Volkes fern.
"Ich weise auf die Ungerechtigkeit hin, die im Menschen wohnt. Ich rufe nicht dazu auf, politisch etwas in Ordnung zu bringen, weil ich kein Politiker bin, aber wenn es ein Schlagloch gibt, ein Loch in der Straße und ich sehe, dass die Räder der Autos kaputt gehen - dann ist es so, als ob jemand hingeht und dem Bürgermeister sagt: 'schau hin, wie die Autos kaputt gehen, dort ist ein Loch'", erläuterte er.
Jury Clormann
Der Gitarrist Jury Clormann studierte klassische Gitarre bei Prof. Karl Scheit. Reisen und Studien in Andalusien und Südamerika machten ihn zu einem der kompetentesten Gitarristen Europas auf dem Gebiet der spanischen und argentinischen Gitarrenmusik. Jury Clormann ist Hauptfachlehrer für klassische Gitarre, Kammermusik und Fachdidaktik an der Hochschule für Musik Winterthur/Zürich. Konzerte, Seminare und Meisterkurse führten ihn durch ganz Europa. Seine LP «la Madrugada» wurde im März 1992 die Schweizer Schallplatte des Monats.
"Jury Clormann gehört zu den aussergewöhnlichen Gitarristen in Europa, denen es vergönnt ist, argentinische Musik so zu interpretieren, wie man es selbst in Argentinien nur von Könnern zu Gehör bekommt." (Der argentinische Meister Eduardo Falu über Jury Clormann)
Wilhelm Manske
Wilhelm Manske wurde 1951 in Passau geboren. Er absolvierte eine Ausbildung an der Theaterakademie Ulm und war im Anschluss an Theatern in Marburg, Salzburg und München engagiert.
Im Fernsehen wurde er bekannt als Bauer Max Berger in der ZDF-Serie "Forsthaus Falkenau". Weitere Auftritte hatte er in "Der Bulle von Tölz" und "SOKO Kitzbühl". Seit 2007 ist er als Joseph Brunner in der Daily Soap des Bayerischen Fernsehens "Dahoam is Dahoam" zu sehen. Willhelm Manske lebt in Murnau.